Einführung

Schwerpunkte der Forschung

Literaturverzeichnis von
Hans Schneider

Literaturverzeichnis der Mitarbeiter von Hans Schneider

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Das Poppelsdorfer Schloss beherbergt das Institut für Zoologie in Bonn.


Hans Schneider und das
Institut für Zoologie in Bonn.

Schwerpunkte der Forschung

  1. Einen Schwerpunkt meiner Arbeiten bildete die Analyse der verschiedenen Ruftypen, vor allem der Paarungsrufe, zuerst bei einheimischen Froschlurchen, nachfolgend bei zahlreichen Arten aus anderen Gebieten Europas und außerhalb Europas.
  2. Da Froschlurche ektotherm sind, unterliegen viele Körperfunktionen dem Einfluss der Temperatur, auch das Rufen. Ein Ziel war daher, die Korrelation wichtiger Rufmerkmale der Paarungsrufe und anderer Ruftypen mit der Temperatur zu ermitteln. Die Kenntnis dieser Veränderungen ist unumgänglich, um Aussagen über die Artspezifität der Paarungsrufe machen zu können. Ferner ist sie eine entscheidende Voraussetzung bei Vergleichen von Rufen verschiedener Arten.
  3. Während bei anderen Tiergruppen, etwa den Vögeln, das Verhalten seit langem eingehender Forschung unterliegt, fand das Verhalten der einheimischen Froschlurche bis in die jüngste Zeit kein nennenswertes Forschungsinteresse. Dabei zeichnen sich die Froschlurche durch vielfältige und spezifische Verhaltensweisen aus, die vornehmlich das Ruf- und Fortpflanzungsverhalten bestimmen. Die Aufklärung dieser Verhaltensweisen, des tages- und jahresperiodischen Verlaufs des Rufens männlicher Froschlurche sowie der Nachweis präziser Reaktionen auf artspezifische und simulierte Paarungsrufe bei Weibchen bestimmten diesen Forschungsbereich. Die Ergebnisse trugen dazu bei, dass die Froschlurche die ihnen gebührende Wertschätzung erfuhren.
  4. Vergleichende morphologische Untersuchungen vermittelten Aufschluss über den Bau des Kehlkopfes, der Stimmbänder sowie der Muskeln am Kehlkopf und anderer Muskeln, die beim Rufen eine Rolle spielen. Elektronenmikroskopische und experimentelle Untersuchungen klärten den Feinbau und die physiologischen Eigenschaften der Kehlkopfmuskeln auf.
  5. Physiologische Analysen lieferten Ergebnisse über den Aufbau der Stimmbahn, die am Rufen beteiligten nervösen Zentren und das Zusammenwirken der nervösen Strukturen beim Rufen.
  6. Da die Paarungsrufe sehr spezifische Artmerkmale sind, stellen sie ein wertvolles Hilfsmittel dar, um verwandtschaftliche Beziehungen bei Froschlurchen aufzuklären. Bioakustische Vergleiche waren bei Laubfröschen und Wasserfröschen erfolgreich und führten zu einer differenzierten systematischen Gliederung oder zur Entdeckung von neuen Arten.
  7. In die bioakustischen Untersuchungen wurden nachfolgend die Gehörorgane der Froschlurche einbezogen, ferner die Sinnesorgane des Labyrinths, die der Wahrnehmung der Schwerkraft und von Bewegungen dienen. Vergleichend-anatomische Arbeiten gaben Aufschluss über den Bau des Labyrinths bei zahlreichen Lurcharten sowie die Anzahl und Anordnung der Sinneszellen in den Sinnesendstellen.
  8. Zusätzlich bildeten die Feinstruktur der Sinneszellen und die Art der Reizübertragung einen weiteren Schwerpunkt der Arbeiten, ferner die Entwicklung des Labyrinths und die Differenzierung der Sinnesendstellen während der Embryonal- und Larvalentwicklung.
  9. Physiologische Untersuchungen bei mehreren einheimischen Lurcharten dienten der Ermittlung der neuronalen Hörschwellenkurven und deren Änderung unter dem Einfluss der Temperatur.

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